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"Eve Future"
Tracklist:
(1) La Casa I
(2) L‚autre Main
(3) Reflectuum
(4) Clockwerk
(5) Circulus
(6) Solaris
(7) La Casa II
"We would like to imagine Brussels" steht auf dem Cover von Kreidlers "Coldness". Das
Brüssel, von dem sie sprechen, ist die Mischung aus der "realen" Metropole und aus dem
Bild, das die Brüsseler Labels Les Disques du Crepuscule, Factory Benelux und Made To
Measure (Crammed Disc) vermittelten. Kreidler neues Mini Album "Eve Future" steht ganz
in der Tradition von Veröffentlichungen dieser Plattenfirmen, man denke beispielsweise an
Wim Mertens, Mikel Rouse, Cécile Bruynoghe, Blaine L. Reininger, Peter Principal, Steven
Brown (diese drei auch Tuxedo Moon), Seigen Ono oder John Lurie.
Wie diese Künstler betreten hier auch Kreidler neoklassizistische, kammermusikalische
Pfade, spannen den Bogen von Bach zu Minimalmusic, bewegen sich leichtfüssig zwischen
Pop, Elektronik, Soundscapes und Soundtracks, hin zu einer fiktiven Filmmusik.
Kreidlers "Eve Future" ist wie ein Speicher, wie ein Archiv der Kultur des europäischen
Liedes. Im Barock anmutenden Gewand werfen sie einen leicht irritierten Blick auf die eigene
Bandgeschichte. Sie variieren Themen bekannter Kreidler Songs, erstellen Dubletten,
wirbeln die Titel herum. Streicher erklingen, Pauken, Trompeten, dann wiederum scheint ein
ganzer Uhrenladen zum Leben zu erwachen. Man fängt sofort an, in Kino zu denken, nach
Referenzen zu suchen. Bis man merkt, dass die meisten der Bilder, die man im Kopf zusammen
fügt, noch gar nicht gedreht wurden.
Nach der impressionistischen Overtüre Weekend, der konstruktivistischen Kühle von Re-
Sport, der abstrakten Expressivität von Appearance and the Park, dem Renaissance-haften
Album Kreidler: jetzt die barocken Miniaturen von "Eve Future".
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