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A Protest Song 1 remixed by Modernista ‘90 Protest Song 2 remixed by R. Voigt Verwirrung stiften und Erwartungshaltungen brechen - The Modernist liebt es, ein Statement zu platzieren, das am Ende nach allen Seiten offen bleibt und im Widerspruch eine mögliche Erklärung findet. Auch der “Protest Song” seines jüngsten Albums “Kangmei” entpuppt sich letztlich als lakonische Auseinandersetzung mit dem, was mal war, und dem, was unvermeidlich zu sein scheint, wenn die Wahrhaftigkeit als Differenz aus Stillstand und Veränderung zum Abschied führt: “that’s why the song remains the same / only the singer has gone insane”. Ungewöhnlich, dass Jörg Burger ausnahmsweise die eigene Stimme zum Gesang erhebt. Ist die wundersame Wandlung des Produzenten zum Sänger, des Techno zum Pop etwa das Ende einer Ära? Normalerweise hat Jörg Burger kein Problem damit, ein Fragezeichen unbeantwortet stehen zu lassen. Dieses jedoch lässt ihm keine Ruhe und so knüpft er mit seinen Familienfreunden und Weggefährten von Kompakt Reinhard Voigt, Michael Mayer und M.I.A. Bezugspunkte in die Vergangenheit. Gleich in vierfacher Ausführung findet der “Protest Song” seinen Weg aufs Vinyl und beschwört im Hier und Jetzt die Gültigkeit einer Sozialisation im Zeichen des Techno - mit leicht veränderten Vorzeichen. Dort, wo früher Pop-Zitate in der untergründigen elektronischen Musik ein Tuscheln im Publikum erzeugen konnten, sind es nun die kleinen Reminder an die jüngste Musik-Dekade, die ein wissendes Lächeln der Erinnerung auf der Tanzfläche hinterlassen. B Protest Song 3 remixed by Michael Mayer Protest Song 4 remixed by Mia Als Modernista ‘90 dreht Jörg Burger mit seiner emulierten 303 dezent an der Acid-Schraube, nicht ohne die mustergültigen Bratzbässe zu vergessen. Reinhard Voigt überspringt ein paar Jahre, pitcht die Vocals ins comicartige und feiert eine unerhörte Loop-Orgie auf einem Tech-House-Openair, dessen Endlosigkeit nur durch höhere Gewalt verhindert werden könnte. Michael Mayer pustet den Song mit infernaler Zeitlupentechnik durch ein elefantengroßes Rave-Horn und verharrt geniesserisch bis zum Schluss auf den sadistischen Momenten vor dem Höhepunkt. M.I.A., die mit Sub Static auch ein eigenes Label betreibt, landet schliesslich bei dem, was als “Minimal” gern vorangestellt wird und kümmert sich mit plockernder Bassline um die schönsten Momente des Songs im “zeitgenössischen” Kontext. Von wegen Ende einer Ära. Am Ende überzeugt der Widerspruch als gültige Erklärung: True techno will never die! Format:12” |
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